ARRIVO Hospitality vermittelt Geflüchtete ins Gastgewerbe

„Wie Be HOGA – nur mit Geflüchteten“ – das könnte eine Kurzerklärung für das Projekt Hospitality der kiezküchen sein. Dies ist allerdings ein wenig zu kurz gegriffen. Zwar ist die Zielstellung die Gleiche: Vermittlung in Ausbildung oder Beschäftigung ins Gastgewerbe. Der Weg dahin unterscheidet sich aber doch in einigen Punkten.

So liegt die Besonderheit des Projektes in der Kombination von Sprachkursen und Praktika, so dass ein frühzeitiger Kontakt mit der Arbeitswelt gewährleistet ist. Hospitality bietet eine Palette an Deutschkursen in unterschiedlichen Niveaustufen an. Die Teilnahme am Sprachkurs kann mit einem ersten Praxiseinsatz in einem der sechs kiezküchen Ausbildungsrestaurants kombiniert werden, so dass parallel auch berufliche Kompetenzen und Erfahrungen erworben werden. So schärfen die Teilnehmenden in einem individuell für Sie abgestimmten Zeitraum von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten Ihr Profil. Im Anschluss heißt es dann, den Sprung in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt zu schaffen. Das Team von Hospitality hat sich dafür ein vielfältiges Betriebsnetzwerk aufgebaut und unterstützt beim Übergang. Die Unternehmenskooperationen funktionieren sehr gut – das zeigt sich auch darin, dass neue Azubis oder Mitarbeiter/innen bei Bedarf zur weiteren Teilnahme an Deutschkursen bei Hospitality oder zum Besuch von Nachhilfeangeboten freigestellt werden.

Neben Sprachkursen und Praxistrainings werden regelmäßig kulturelle Aktivitäten angeboten. Vom Museumsbesuch über Schlittschuhlaufen bis zum gemeinsamen Kochevent – hier stehen Gemeinschaftsgefühl sowie Wertschätzung im Vordergrund.

Betriebe und Teilnehmende werden außerdem hinsichtlich bürokratischer (bzw. behördlicher) Erfordernisse beraten. Im Einzelfall geht es oft um aufenthaltsrechtliche Punkte sowie um Angelegenheiten mit der Ausländerbehörde oder auch um Vorrangprüfungen durch die Arbeitsagenturen. Für all diese Bereiche gibt es Experten im sechsköpfigen Team – darüber hinaus ist Hospitality Teil des berlinweiten Arrivo-Netzwerks zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.

Vermittelt wird vorrangig in Ausbildungen. Beliebtester Bildungsgang ist bei den Teilnehmeden die „Fachkraft im Gastgewerbe (FaGe)“ – theoriereduziert und in lediglich zwei statt drei Jahren zu absolvieren. Je nach Belieben kann eine „Fachkraft im Gastgewerbe“  im Anschluss – durch eine Zusatzausbildung, die i.d.R. 1-1,5 Jahre beansprucht – Abschlüsse in den Zweigen Restaurantfach, Hotelfach oder als Koch/Köchin erwerben. Die Berufsschule für Fachkräfte im Gastgewerbe hat sich bereits entsprechend gewappnet: Nachdem sich eine hohe Zahl Geflüchteter für den Ausbildungsgang entschieden hat, bietet man dort seit kurzem Kurse für „berufsbezogenes Deutsch“ neben den regulären Unterrichtseinheiten an, die stark nachgefragt werden.

Was macht Hospitality so erfolgreich?

Unabhängig, ob geflüchtet oder nicht – für so gut wie alle Partnerbetriebe aus Hospitality und Be HOGA gilt: Die Motivation der Teilnehmer/innen ist mit das wichtigste Auswahlkriterium. Natürlich spielen auch schulische Leistungen und Vorerfahrungen eine Rolle. Wenn die Grundeinstellung jedoch nicht stimmt, dann hapert es meist von Beginn an. Und an dieser Stelle können viele der Projektteilnehmenden aus Hospitality punkten. Viele haben nicht zuletzt wegen Ihrer Fluchterfahrung eine gewisse Lebensreife und haben ein klares Ziel vor Augen: Auf eigenen Beinen zu stehen und sich eine Lebensgrundlage aufzubauen.

Was steht aktuell an?

Wir sind im Sommer 2018 – das heißt es sind fast drei Jahre seit dem Höhepunkt der Fluchtzuwanderung vergangen. Für das Projekt bedeutet dies, dass aktuell viele junge Teilnehmende dabei sind, die bereits in Deutschland Ihren Schulabschluss erworben haben. Dementsprechend bewegen Sie sich auf einem sprachlich hohen Level und sind schon ziemlich gut integriert. Beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Matching.

Sie beraten oder betreuen Geflüchtete mit Interesse an einer Tätigkeit im Gastgewerbe? Sie suchen motivierte Azubis oder Mitarbeiter für Ihren gastgewerblichen Betrieb?

Das Projekt Hospitality kann Ihnen bestimmt weiterhelfen und freut sich über Ihre Kontaktaufnahme:

www.hospitality-berlin.de

030 397 391 69

Projektkoordination: Alexander Fourestié, afourestie@bildungsmarkt.de

2018-07-11T17:38:42+00:00 21 Juni 2018, 17:12|